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Kutsche Baujahr 1906  

Auszug aus Chroniken und überlieferte Erzählungen zur Herkunft unserer Feuerwehrspritze

 

Der Auftrag zum Bau dieser Feuerwehrspritze wurde im Jahre 1906, durch die Glashütte Kostebrau-Friedrichstal, durchgeführt. Diese Glashütte befand sich in der Niederlausitz. Zu deren Einweihung wurde die Feuerwehrspritze in den Dienst gestellt. Der Anschaffungspreis betrug damals ca. 3.800 Reichsmark. Zu diesem, für damalige Verhältnisse, enormen Preis wardie Pflege oberstes Gebot. Eine wöchentliche Belastungsprobe war Pflicht, auch schon wegen der hohen Brandgefahr in der Glashütte.

 

 

Zur Leistung der Feuerwehrspritze: Das Wasser wurde selbst aus demHüttengraben angesaugt. Vier Feuerwehrleute standen an den jeweiligen Holmen zum Pumpen. Eine schwere und schweißtreibende Arbeit.

 

So ging es der Feuerwehrspritze bis zum Jahr 1923 gut. Dann bekam sie Konkurrenz von einer Motorspritze. Die Zuverlässigkeit dieses Novums war aber sehr bald in Frage gestellt, so dass im Brandfall nach wie vor mit der"Pferdespritze" ausgerückt wurde.

 

 

Ab den 60-er Jahren wurde es still um die Feuerwehrspritze. Schließlich wurde die Glashütte geschlossen und der Abriss geplant. Nach einem langanhaltenden und komplizierten Schriftverkehr bekamen wir 1976 die Zusage vom Glaswerk Strahlau, dass die Handdruckspritze in Kostebrau abgeholt werden kann. Seit dieser Zeit befindet sich die Spritze in der Gemeinde Seddiner See. In der Vergangenheit, aber auch in der Zukunft wird sie uns bei Festlichkeiten begleiten.

 

 

Nun zu einigen kleinen Anekdoten. So hat es sich eines Tages zugetragen, dass sich der Werkleiter der Glashütte zufällig eine Übung mit der Feuerwehr angesehen hat. Er äußerte sich abfällig über die Leistung der Feuerwehrspritze. Das traf die Feuerwehrleute natürlich zutiefst in ihrer Ehre und so kam es zu einer Wette. Der Schornstein der Glashütte war 36 m hoch. Die Aufgabe war, mit Hilfe der Feuerwehrspritze den Wasserstrahl in den hohen Schornstein hineinzulenken. Wird die Wette durch die Feuerwehr gewonnen, kostet es den Werkleiter 2 Fass Bier a 100 l, andernfalls arbeiten 12 Glasmacher 3 Tage gratis. Es wurde ein rauschendes Fest gefeiert, da die Kameraden die Wette gewonnen haben.

 

 

Es gab nicht nur ernste Aufgaben zu erfüllen, sondern auch lustige und angenehme. So war es üblich, dass die Kameraden mit der"Pferdespritze" zu Hochzeiten ausrückten. Ein Brauch war das Abspritzen des Daches vom Hochzeitshaus. Es musste von den Heiratswilligen darauf geachtet werden, dass möglichst schnell und reichlich Getränke bereitgestellt wurden. War das nicht der Fall, mussten schon mal Dachsteine ausgewechselt werden. Dieser Brauch hat sich bis in die 60-er Jahre gehalten.

 

 

 

 

 

 

 

Kontakt:

Freiwillige Feuerwehr Seddin
Hauptstaße 18
14554 Seddiner See  

Tel: 033205 / 46512